Sony "D-50" . Foto: Bernd Kirchhof. 2011

Compact Disc-Player (CD)

Der 1984 veröffentlichte Sony "D-50". Foto: Bernd Kirchhof © 2011
Der 1984 veröffentlichte Sony „D-50“ mit der tragbaren Battery Case „EBP-9LC“ . Foto: Bernd Kirchhof, M.A. 2011

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Mit der Anfang der 1980er Jahre eingeführten „Compact Disc“ und dessen dazugehörigen CD-Player erschien erstmals ein digitales Musikmedium, das ohne spürbaren Verschleiß arbeitet. Die mit einem infraroten Laserstrahl ausgelesene CD ist die erste Generation optischer Medien, deren Speicherplatz noch recht gering ist. Mit dem 1984 herausgebrachten Sony „D-50“ erschien ein erster portabler CD-Player, der sehr wichtig für den weiteren Verkaufserfolg des neuen Mediums war. Die bis dahin dominierenden Schallplatten wurden von ihr verdrängt. Im Laufe der Zeit entstanden viele unterschiedliche CD-Formate, die auch Daten, Fotos und Videos speichern konnten und die mit einem CD-Brenner kopiert werden können. Trotz neuerer optischer Speichermedien wie DVD, Blu-ray, Ultra HD Blu-ray oder dem „Download“ aus dem Internet ist sie noch (2017) das Leitmedium bei Musikaufnahmen.

 

Der 1981 auf der „Funkausstellung“ in Berlin vorgestellte Compact Disc-Player und dessen Medium, die „Compact Disc“ (CD) ist der optische Datenträger der ersten Generation. Die Nachfolge-Medien sind die „Digital Versatile Disc“ (DVD), die „Blu-ray-Disc“ (BD) sowie die „4K Ultra HD Blu-ray“ (UH-BD), deren Speicherkapazitäten weitaus größer sind. Die Compact Disc, was soviel wie „kompakte Scheibe“ heißt, wurde 1982 im Markt eingeführt. Sie ersetzte die Schallplatte und Compact Cassette, die noch analoge Medien waren. Die CD war das „erste“ digitale Medium, das mit einem infraroten Laserstrahl gelesen werden konnte. Dadurch hatte das Medium keine mechanischen Abnutzungserscheinungen wie die Schallplatte, die durch Schmutz und häufigen Gebrauch immer schlechter klingt. Die CD wurde von „Philips“ und „Sony“ gemeinsam entwickelt. Sie ist immer noch das Leitmedium für Musikaufnahmen. In der Blütezeit der CD wurden riesige Projekte veröffentlicht, wie zum Beispiel die aus 180 CDs bestehende „Complete Mozart Edition“ von „Philips Classics“ aus dem Jahr 1991. Aufnahmen aus der Walzen-, Schellack- und LP-Ära werden regelmäßig auf CD veröffentlicht. Die Compact Discs waren in den 1980er Jahren eine bahnbrechende Innovation, die sogar im Ostblock, zum Beispiel von der „Eterna“ in der DDR produziert und verkauft wurde.

 

1972 führte „Denon“ bereits die Digitaltechnik ein

Bereits 1972 entwickelte „Denon“ einen „PCM“-Digitalrecorder für reguläre Studio-Aufzeichnungen. Dieser „Pulse-Code-Modulator“, ein Analog-Digital-Wandler, war das erste Gerät für digitale Aufnahmen. In den 1970er Jahren entwickelte „Philips“ eine „Bildplatte“ samt Abspielgerät, die noch analoge Informationen speicherte, die die Form einer LP hatte. Diesen Datenträger wollten die Entwickler auch für digital aufgenommene Musik nutzen. Musik auf eine sogenannte „Bildplatte“ ( später auch als „Laserdisc“, „Laservision“, „CD-Video“ oder „Discovision“ für Spielfilme bekannt geworden) gebracht, bedeutete ein Platz von über 13 Stunden. Mit einer so großen Spieldauer wäre das Geschäftskonzept der Musikindustrie zusammengebrochen.

 

Beethovens „9. Symphonie“ war die Referenz für den Durchmesser von 12 cm

Um einen handlichen Tonträger, der auch in eine Anzugtasche passt, zu entwickeln, wurde ein Durchmesser von 12 cm festgelegt. Beethovens „9. Symphonie“ in der besonders langen Fassung von Furtwängler aus dem Jahre 1951, die genau 74 Minuten dauert, war die Referenz für den Durchmesser der CD. Das niederländische 10-Cent-Stück („Dubbeltje“) diente für den Durchmesser (15 mm) des Innenloches. 1980 veröffentlichten „Sony“ und „Philips“ den gemeinsamen Standard für Audio-Aufnahmen. Es ist der „Red-Book“-Standard. Nach dem „Red-Book“-Standard hat die CD eine Datenrate von 150 kByte/s bei einfacher Geschwindigkeit. Die maximale Datenrate bei CD-ROM-Laufwerken ist bei 52facher Geschwindigkeit 7800 kByte/s. CDs werden gespritzt und nicht wie Schallplatten gepresst. Die Audio-Informationen werden in 16-Bit-Stereo gespeichert und mit 44,1 kHz ausgelesen. Diese Spezifikationen sind zu gering, dass ein „warmer“ Klang entsteht. Der Audio-CD wird deshalb ein „kalter“ Klang vorgeworfen, der die Ohren zu sehr anstrengt.

 

Sony "D-50" . Foto: Bernd Kirchhof ©2011
Sony „D-50“ . Foto: Bernd Kirchhof, M.A. 2011

 

Der 1984 veröffentlichte Sony „D-50“ verursachte den CD-Player-Boom

Am 17. August 1982 wurde dann die erste CD aus dem Kunststoff „Makrolon“ in Langenhagen bei Hannover gepresst. Erst im Oktober 1982 ging die erste Generation der Player mit dem Sony „CDP-101“, der sehr schwer war, in die Produktion. Mit dem Sony „D-50“ aus dem Jahr 1984, der ersten Generation portabler Compact Disc-Player, verbreitete sich das CD-Format sehr schnell, da es sich um ein preiswertes Gerät (1.000 DM / 500 €) handelte. 1983 kosteten Compact Discs zwischen 30 und 45 DM (15 / 22 €). Einige Geräte hatten allerdings einen Anschaffungspreis von 650 und 1.800 DM (325 / 900 €). Trotz der damals recht hohen Preise verkauften sich die Player und deren Medien sehr gut, sodass die CD Ende der 1980er Jahre die Schallplatten verdrängte und zum Leitmedium, vor allem für Musikaufnahmen wurde. Erst ab 1988 erschienen CD-Brenner, wobei die Medien gebrannt und nicht gespritzt wurden.

 

 

Die digitalen Informationen werden in „Pits“ gespeichert, die die Information von einer „1“ besitzen

Eine CD hat ein Gewicht von circa 16 Gramm. Ihre Daten werden durch eine Spiralspur, die von innen nach außen gelesen wird, gespeichert. Diese Spur besteht aus „Pits“ (dt. „Gruben“) und „Lands“ (dt. „Flächen“), die die digitalen Informationen für ein Bit („0“ und „1“) speichern. Eine sechs Kilometer lange Spiralspur beinhaltet eine millionenfache Anzahl an Pits, die sehr klein sind. Zur industriellen Herstellung benötigt man einen „Glas-Master“ und ein Negativ („Stamper“), womit anschließend in Presswerken Polycarbonat-Scheiben hergestellt werden, die mit einer Reflexions-Schicht aus dünnen Aluminiumfilm und einer Schutzschicht beschichtet sind. Abschließend werden die fertigen CDs mit Siebdruck oder Offsetdruck beschriftet und verpackt, sodass sie in alle Welt verschickt werden können.

 

Der Panasonic "CF-41", der erste Laptop-Computer mit eingebautem CD-ROM-Laufwerk. Der 486er kostete 1994 stolze 18.000 DM (9.000 €). Das CD-ROM-Laufwerk war unterhalb der Tastatur, dass man aufklappen konnte. Foto: Bernd Kirchhof. 2011
Der Panasonic “ CD-Jet CF-41″, der erste Laptop-Computer mit eingebauten CD-ROM-Laufwerk. Der 486er kostete 1994 stolze 18.000 DM (9.000 €). Das CD-ROM-Laufwerk ist unterhalb der Tastatur, das man aufklappen konnte. Foto: Bernd Kirchhof, M.A. 2011

 

Die CD-ROM kann inzwischen auch Daten, Fotos und Videos speichern und kopiert werden

Die Compact Discs gibt es in zwei verschiedenen Größen. Neben der 12 cm großen Scheibe hat sich die „Mini-CD“ mit einem Durchmesser von 8 cm und einer Speicherkapazität von ca. 120 MB etabliert. Neben der normalen Audio-CD (CD-DA) gibt eine Reihe unterschiedlicher Varianten, die meistens mit dem Computer kompatibel sind. Die zweit häufig anzutreffende Variante ist die „CD-ROM“, die im „Yellow Book“-Standard festgelegt ist. Für die CD-ROM ist ein Plattform-übergreifendes Dateisystem mittels des ISO-Standards 9660 festgeschrieben. Es gibt auch sogenannte „Mixed-Mode“-CD, die Audio-Titel und einen Daten-Track enthalten. Diese Datenträger heißen „Enhanced CD“ oder „interactive@CD“, die heute auch einen Link ins Internet enthalten. Meistens werden sie auch als „CD-Plus“ oder „CD-Extra“ bezeichnet. CDs können auch Fotos in „JPEG“ oder anderen Formaten speichern, die dann als „Foto-CD“ bezeichnet werden. Auch Videodateien können gespeichert werden. Dafür gibt es das „Video-CD“- (MPEG 1) und das „Super Video-CD“- (MPEG 2)- Format, dass von „Philips“ zuerst als „CD-i“ entwickelt wurde und vor der Einführung der DVD ein recht passables Bild lieferte. Viele aktuelle CDs sind mit Titelinformationen ausgestattet, die mit dem Symbol „CD-Text“ gekennzeichnet sind. Außerdem gibt es noch Verfahren das übliche „Red-Book“-Verfahren in der Musikwiedergabe zu verbessern. Die beschreibbaren CDs werden mit einem „CD-Brenner“ hergestellt, der meistens mit einem Computer gekoppelt ist. Die beschreibbaren CDs unterscheidet man in einmal beschreibbare „CD-R“, die sogenannten „CD-Recordables“ oder in „CD-RW“, den „CD-ReWritables“. Auch gibt es spezielle Audio-Rohlinge, die mit „CD-R/RW Audio“ gekennzeichnet und für „CD-Rekorder“ geeignet sind und die mit 24 Bit Musikaufnahmen herstellen können, die qualitativ sehr hochwertig klingen. Trotz der großen Konkurrenz mit anderen Medien oder dem „Download“ aus den Internet ist die Compact Disc und deren Player für Musikaufnahmen und als Datenträger noch tonangebend.

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