Edison Home Phonograph um 1900. Foto: Norman Bruderhofer 2006. www.cylinder.de

Edisons Phonograph (Talking Maschine)

Edison Home Phonograph um 1900. Foto: Norman Bruderhofer 2006. www.cylinder.de
„Edison Home Phonograph“ um 1900. Foto: Norman Bruderhofer 2006. www.cylinder

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Mit dem Phonographen (Talking Maschine) erfand der Amerikaner Thomas Alva Edison 1877 ein Aufnahme- und Wiedergabegerät für Schallwellen. Das Medium des Phonographen waren Wachswalzen. Mit ihm begann der Siegeszug der Musikindustrie. Der Phonograph wurde von dem Grammophon abgelöst, das bespielte Platten als Medium nutzte.

 

Seit 1877 bezeichnete der Amerikaner Thomas Alva Edison ein akustisch-mechanisches Gerät zur Aufnahme und Wiedergabe von Schallwellen als Phonographen (dt. „Schall- oder Klangschreiber“), das er später „Talking Maschine“ nannte.

 

Die Schallwellen wurden zuerst auf Stanniol aufgezeichnet

Ein Phonograph war ein Apparat, der Schallwellen mittels einer mit Stanniol oder mit Wachs überzogenen Walze und einer Nadel aufzeichnete und wiedergab. Ein großer Trichter, der an einer Nadel und einer Schalldose angebracht war, bündelte den Schall bei der Aufnahme sowie bei der Wiedergabe. Mit Hilfe des Phonographen war es zuerst möglich die menschliche Stimme und Musik (erst mit dem Klavier, später mit einem Orchester) aufzunehmen und zu konservieren. Die Phonographen waren früher sehr teuer und somit nur ein Statussymbol für die Reichen, die in die „neueste“ Technik vernarrt waren.

 

Edison Blank. Leerwalze zur Selbstaufnahme. Produziert von 1889 bis 1904. Foto: Norman Bruderhofer 2005. www.cylinder.de
„Edison Blank“. Leerwalze zur Selbstaufnahme. Produziert von 1889 bis 1904. Foto: Norman Bruderhofer 2005. www.cylinder.de

 

Paraffinwachs verbesserte die Tonqualität

Die Walzen, die erst mit Stanniol als Trägermaterial verfügbar waren, überzog Edison ab 1888 mit fünf bis sechs Millimeter dicken Paraffinwachs. Das hatte den Vorteil, dass man eine bessere Klangqualität erzielte. Außerdem konnte man die Wachswalzen abschleifen und wiederverwenden. Einige solcher Walzen sind bis heute erhalten geblieben, so zum Beispiel eine Aufnahme des „Washington Post Marches“ von John Philip Sousa aus dem Jahr 1890. Diese Aufnahme gilt als eine der ersten kommerziellen Aufnahmen der „Columbia Records“ aus den USA, wobei jede Walze einzeln mit dem Orchester eingespielt werden musste und die Vervielfältigung trastig einschränkte. Der große Vorteil der Walze war, dass man selbst Walzen bespielen konnte. Die Spieldauer war jedoch sehr gering, sodass die Aufnahmezeit nur zwei bis drei Minuten betrug. Mit einer Geschwindigkeit von 120 bis 160 Umdrehungen pro Minute drehte sich die Walze sehr schnell. Für Sprachaufnahmen benutzte man meistens 80 Umdrehungen pro Minute.

 

 

Erst ab 1893 konnte man die Walzen kopieren

Erst ab 1893 nutzte man „pantographische“ 1:1 Kopiermaschinen, die eine größere Vervielfältigung ermöglichten. 1902 führte Edison das Goldguss-Verfahren ein, wobei die Walzen  nicht mehr einzeln bespielt, kopiert werden konnten und durch die Verwendung härteren Wachses stabiler waren.

 

1903 erfand Edison die „Sprechende Schokolade“

Neben den USA entstanden in Deutschland Aufnahmestudios und Fabriken für Grammophone und Walzen. Im Jahr 1895 gründete Edison mit dem befreundeten Schokoladenhersteller Ludwig Stollwerk die „Deutsche Edison Phonograph Companie“, die ihren Sitz in Köln hatte. Er erfand gemeinsam mit ihm im Jahr 1903 die „Sprechende Schokolade“, die aus einem speziell für Kinder produzierten Phonographen und einer Platte aus Schokolade bestand. Die „Edison Gesellschaft“ und die „Columbia“ sowie die Kölner „Excelsior“-Werke produzierten in Deutschland. Der größte Walzenhersteller Europas war die französische Firma „Pathe“.

 

Die „Amberol“-Walze verdoppelte die Spieldauer

Die Spieldauer von zwei bis vier Minuten verdoppelte Edison 1908, indem er ihre Rillendichte verdoppelte, wodurch die Edison-Phonographen umgerüstet werden mussten. Diese Walzen wurden mit dem Markennamen „Amberol“ beworben, die aus einem Bezug einer härteren Wachsmischung bestanden aber spröder und zerbrechlicher waren.

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1913 erfand Edison die „Diamond Disc“

Mit der „Diamond Disc“ wurde 1913 von Edison ein eigenes Schallplattenformat eingeführt, wobei ein Diamant zur Abtastung nötig war. Diese Platten wurden wie die Walzen mit Tiefenschrift beschrieben. 1929 stellte Edison ausschließlich Schellack-Platten her. In Folge der Weltwirtschaftskrise wurde die Produktion eingestellt.

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